Frauchen und ihre Hundeerzieher

Tja... inzwischen bin ich ja bereits 1 1/2 Jahre und im richtigen Flegelalter.

Irgendwie kommt schließlich jeder da rein, aber Frauchen kann es einfach nicht tolerieren.

Also kam sie vor vielen Monaten auf die Idee, mir eine private Hundeerziehung angedeihen zu lassen. Ich war ja auf alles gefasst, aber da kommt so ein zierliches Persönchen und glaubte allen Ernstes, mich erziehen zu können. Es waren dann unverhofft doch schöne Monate; denn irgendwann spielte und schmuste sie nur noch mit mir. Frauchen hielt sie allerdings wissenschaftliche Vorträge über das Wesen des Wolfes (von dem ich ja letztlich abstamme). Somit war Frauchen endlich mal wieder produktiv beschäftigt *g

Manches im Hundeleben hat auch seine Vorteile...

Die beiden betrachteten meine Erziehung ausschließlich aus der psychologischen Perspektive und Frauchen war voll in ihrem Element. Von Stund an wurde beobachtet, ob und wie ich liege und ob ich auch entspannt bin. Machte ich einen sehr verspannten Eindruck, gab's eine bestimmte Massage. die eine unterstützende Wirkung auf auch den parasymathischen Teil des vegetativen Nervensystems hat. Ob ihr es nun glaubt oder nicht, aber seit dieser äußerst sympathischen Hundeerzieherin hatte ich sozusagen Narrenfreiheit.

Nichts hält ewig...

So auch nicht die Narrenfreiheit. Vor 2 Monaten ahnte ich schon schreckliches, als Frauen mal wieder den Südanzeigen ausgiebig studierte und durch die Gegend telefonierte. Sie beschwerte sich förmlich darüber, dass ich immer noch perfekt nicht bei Fuß gehen könne und mein Temperament ihr ebenfalls sehr zu schaffen mache.

Statt der paar Meter, die sie mit ihrem neuen Tschibo-Rad durch die Gegend fährt, sollte sie es vielleicht mal mit einem vernünftigen Fitness-Training versuchen. Ich habe eh den Verdacht, dass sie das Fahrrad nur aus einem einzigen Grund gekauft hat: weil es so schön aussieht! Ich lache doch darüber, wenn sie mal in die Pedale tritt und ruft *Lauf Chica*. Was meint sie denn eigentlich.? Was außer Laufen bleibt mir denn. soll ich mit dem Tretroller fahren? Na ja, Frauchen ist eben doch ne Frau *g*. Bei Hündinnen ist das natürlich völlig anders.

Dann kam der Tag...

...der mein Leben verändern sollte (wohlgemerkt: s o l l t e). Frauchen hatte einen Termin mit dem neuen Hundeerzieher vereinbart. Den Glanz in Frauchens Augen konnte ich nachvollziehen, als er hier auftauchte. Gut sah er aus dieser Bursche... Mitte 30, dunkelhaarig, ca. 1,90 m lang.

Für ihn war alles null Problemo. Er war nicht nur der Mann für alle Fälle, nein sogar für die besonders schwierigen Fülle! Damit meinten sie mich. Wäre doch gelacht, wenn ich Frauchens Kohle nicht an den Mann kriegen könnte. In dem Fall ging ne Menge an ihn weg. Die ersten Stunden waren echt nervig. "Chica sitz, Chica Platz, Chica bleib, Chica Fuß... schließlich war Frauchen dabei und der Typ wollte wohl Eindruck schinden. Ihr wisst ja noch aus den vorherigen Geschichten, dass ich wirklich Gönnerin bin, und so machte ich ihnen das Vergnügen.

Alle waren glücklich. Frauchen, dass es scheinbar mit mir voran ging, Rafael dass die Kohle stimmte.

Ich, da wir ja ständig unterwegs waren. Nach etlichen Stunden harter Arbeit hatte ich allerdings keinen rechten Bock mehr auf den Stress und stellte mich mal wieder stur. Rafael witterte seine Chance..

Darüber allerdings werde ich beim nächsten Mal berichten .

 

Avalanchas lyrische Reise - Gedichte, Geschichten, Aphorismen, Haiku